Monsterboard

Fanfic

Diskussion über Alben, Singles, Videos, Comics usw.

Moderators: psyanide, Anthalerero

Postby The Invisible Man » Thu Jun 08, 2006 5:49 pm

Image
lol, das war der witzigste teil bis jetzt(hab fast gelacht^^)
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Thu Jun 08, 2006 11:56 pm

Vielen dank^^ hier kapitel 6^^ obwohl ich glaube zuviel dramatik eingebaut zu haben ;)

Kapitel VI – Requiem des Mondes

<< Es musste so geschehen… >> keuchte die sanfte Frauenstimme. << Lieber ich als du, Liebster. >>
Was geschah? Warum starb gerade diese Frau in Leomahrs Armen. War es ein Traum? Nein, es war eine Erinnerung. Er war auf die Knie gegangen und hielt den Oberkörper dieser wunderschönen Frau in den Armen. Ihre Augen waren smaragdgrün und ihre Haare hell wie das blasse Mondlicht. Hier war er nun, mitten in einem Hain in tiefster Nacht. Der Mond erhellte diesen verzauberten Ort der Trauer. Eine Quelle sprudelte in der nähe. Der traurige Gesang des Windes hallte durch den grünen Hain. Die wunderschönen weißen Blumen öffneten sich und verstreuten ihre Pollen die wie Sterne glitzerten.
Leomahr spürte heiße Tränen seinem Gesicht heruntertropfen und auf das makellose Kleid der Braut fallen. Auch sie weinte. Blut befleckte ihre Mundgegend die doch ein Lächeln offenbarte. Ihre zarte und warme Hand strich über sein Gesicht wie die Berührung eines Engels.
<< Es musste so sein. Wir wussten das der Tag kommen würde… >> lächelte die Frau.
<< Nein… verlasse mich nicht… Warum hast du das getan… Warum?! >>. Leomahr konnte sich nicht beherrschen. Tränen rannten den Wangen herunter und seine Stimme zitterte.
Die Frau schaute ihn mit ihren sanften Augen an. Das perfekte Gesicht schien auch im sterben so wunderschön zu sein. Ihre helle Haut reflektierte das blasse Licht des Mondes.
<< Du musst mich gehen lassen Liebster… >> hustete sie << Du wirst ohne mich weiter Leben müssen… du wirst das zu ende führen was ich nicht geschafft habe… >>
<< Du bist aber mein Leben! >> schrie Leomahr verzweifelt. << Ohne dich hat alles keinen Sinn… Bitte lasse mich nicht allein… >>.
<< Leomahr… ich werde immer bei dir sein… nun lass mich glücklich in die Armen von Natu gehen.
Küss mich damit ich glücklich sterben kann. >> sagte dieses wunderschöne Geschöpf.
Das Gesicht war von Tränen durchweicht. Er näherte sich den kirschblütenfarbenen Lippen und küsste sie mit Leidenschaft. Jede Sekunde war wie eine Ewigkeit und Leomahr hoffte, dass dies auch so war.
Wärme und Leidenschaft entfachte sich in beide Körper gefolgt von Trauer. Langsam spürte er wie die Frau aufhörte zu Atmen. Ihr Leben erlosch wie die Hoffnung in Leomahr selbst. Sie sah so Glücklich aus, selbst im Tode. Ein Lächeln prägte ihr, von Tränen durchströmtes, Gesicht. So wunderschön wie eine Rose im Frühling lag sie in seinen Armen. Leomahr senkte seinen Kopf in die wohlgeformte Brust seiner Liebsten. Er lies seinen Gefühlen freien lauf. Selbst der Hain und seine Lebewesen schienen in Trauer zu verfallen. Der Mond, so bleich und schön, weinte seine silbernen Tränen der Trauer. Einsam stand er mit ihrem wunderschönen Körper im Hain. Er schrie aus voller Kraft ihren Namen in die Nacht hinaus auch wenn er wusste, dass sie dadurch auch nicht zurückkehren würde.

<< Was ist los?! Geht es dir gut? Tut dir irgendetwas weh? >>. Es war Amens Stimme die er hörte.
Leomahr öffnete die Augen und sah das besorgte Gesicht der Mumie. Er musste irgendwo liegen, denn hinter Amens Gesicht konnte er einen bewölkten Himmel sehen. Graue Wolken waren am Firmament. Er spürte auch vertrocknete Erde unter sich. Als Amen sicher war, dass Leomahr ihn hören konnte, fragte er: << Wer ist den diese Helen, von der du vorhin im Schlaf geredet hast? >>
<< Du musst dich wohl verhört haben! >> sagte Leomahr mit Anspannung in der Stimme worauf Amen in fragend beäugte.
<< Du hast dir wirklich Sorgen um mich gemacht? >> lachte er die Mumie an. Das Gesprächsthema wollte er unbedingt wechseln.
<< Ob ich mir Sorgen gemacht habe? >> sagte Amen mit einem Ton, der nicht darauf schließen lies was als nächstes passieren würde. Leomahr wartete gespannt auf die Antwort.
<< Ich wäre beinahe vor Sorge gestorben, du verdammter Irrer! >> fuhr die Mumie in an. << Ich dachte schon du hättest ins Gras gebissen! Tu so was nie wieder, kapiert! Sonst werde ich dafür sorgen, dass du die Radieschen von unten siehst, Freundchen! >>
Leomahr war platt. Amen schien sich wirklich Sorgen gemacht zu haben. Das hätte er definitiv nicht erwartet. Zwar zeigte Amen sich außen immer kalt und hart aber er musste wohl einen weichen Kern haben.
<< Das hätte ins Auge gehen können, Verdammt! >> fluchte die Mumie weiter doch sein Gesicht verzerrte sich vor Schmerz.
<< Ist was? Bist du verletzt? >> fragte Leomahr sofort, der die Gesichtsverzerrung sofort gemerkt hatte.
<< Diese Schweine haben mich doch noch erwischt! >> fluchte Amen. << Ich weiß nicht warum es solche schmerzen bereitet! Ich bin doch schon längst tot! >>
<< Diese Behauptung muss ich widerlegen. >> sagte der Magier, der sich die Pfeile im Rücken genauer angeschaut hatte. Es waren drei Pfeile.
<< Wie meinst du das? Natürlich bin ich schon tot! >> antwortete die Mumie barsch.
<< Ich ziehe jetzt die Pfeile raus. Beiß die Zähne zusammen, das wird wehtun. >> sagte Leomahr.
Vorsichtig umfasste er die Pfeile, darauf behütet sie nicht zu brechen. Amen schrie dreimal kurz auf bevor die Pfeile draußen waren.
<< So der Herr. >> flüsterte Leomahr << Glaubst du immer noch das du jemals richtig tot Gewesen bist? >>.
Er hielt der Mumie die drei Pfeile vor dem Gesicht. Tatsächlich. Es klebte warmes Blut an den Spitzen.
<< Das kann doch nicht sein! Ich verstehe das nicht! >> sagte Amen mit unruhigem Ton.
<< Dann werde ich es dir versuchen zu erklären. >> sagte Leomahr mit ruhigem Ton. << Ein gewöhnlicher Untoter wird aus einer Leiche erschaffen. Mit Hilfe der Nekromantie werden sie ins Leben gerufen und dienen ihrem Meister. Sie haben keinen Willen und spüren keine Schmerzen. >>
Amen schien gespannt und interessiert zuzuhören. Nach kurzem Schweigen setzte Leomahr seine Erklärung fort.
<< Du hast einen eigenen Willen und ich vermute, dass dich kein Schwarzmagier erweckt hat. In Gewisserweise lebst du noch. Das beste Beispiel dafür sind die Vampire. Sie werden nicht von der Nekromantie erschaffen und doch gelten sie als Untote. Wenn jemand zum Vampir wird, dann beginnt sein Körper langsam zu sterben, aber er ist noch nicht Tod. Man könnte auch sagen, dass der Körper in die Zeit festgefroren wird. Aber etwas bleibt trotzdem so wie zu seiner Lebzeit. Die Seele. Solange sie vorhanden ist lebst du noch, auch wenn dein Körper nicht darauf schließen lässt. >>
Somit beendete Leomahr seine Erklärung.
<< Bedeutet…Bedeutet das, dass ich noch in lebe und sterben kann? >> fragte Amen ungläubig.
<< In Gewisserweise schon. >> antwortete Leomahr.
<< Woher weißt du soviel über Untote? >> wollte die Mumie wissen.
<< Weil ich auch die Nekromantie studiert habe… So aus Zeitvertreib. >> erwiderte der Magier mit gesenktem Haupt.
Wegen der ganzen Aufregung hatte er nicht bemerkt wie kalt es ihm war. Er ließ seinen Blick über die Landschaft wandern. Ein Ödland offenbarte sich ihm. Die Erde war vertrocknet und von Vegetation war kaum eine Spur. Hier und da waren dünne Bäume. Sie hatten keine Blätter sondern verdorrtes Geäst. Ab und an konnte man schwarze Vögel sehen. Obwohl die graue Wolkendecke alles verfinsterte, begann es noch dunkler zu werden.
<< Es wird bald dunkel. >> sagte Leomahr << Wir sollten wenigstens ein Feuer entfachen sonst erfrieren wir. >>
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, gingen beide auf die Suche nach brauchbarem Holz.
Sie marschierten keine Stunde durch das Ödland, da hatten sie schon genug Holz beisammen.
Das Feuer wurde magisch von Leomahr entzündet.
Als beide gemütlich vor dem warmen und prasselnden Feuer saßen, wurden sie von einem Geräusch aufmerksam gemacht. Es kam direkt aus Leomahrs Rucksack.
<< Oh dich habe ich ja total vergessen. >> lachte Leomahr auf, als er das kleine grüne Wesen aus dem Rücksack nahm. Dieser sprang sofort ins Gesicht und kuschelte mit ihm. Leomahr konnte nur munter Lachen.
Ein knurren war zu hören.
<< Hast du das gehört! >> sagte Amen aufgeregt.
Leomahr wurde sofort rot. << Ja… Es ist mein Magen… habe lange nichts gegessen. >> grinste er.
Amen schien sichtlich enttäuscht. Er hätte einen Wolf oder dergleichen erwartet.
Sofort begann der Magier im Rucksack herumzuwühlen und fischte schließlich zwei große Stücke Fleisch. Eins davon warf er Amen entgegen der es sofort auffing.
<< Was soll ich damit? >> fragte die Mumie.
<< Essen was sonst. Ich hab dir doch gesagt, dass dein Körper noch lebt. Während das Fleisch grillt muss ich sowieso deine Wunden verbinden. >> antwortete Leomahr gelassen.

So geschah es auch. Während das Fleisch grillte, verband Leomahr die Wunden der Mumie. Amen hatte die ganze Zeit nichts mehr gesagt und sträubte sich auch nicht gegen den Verband, bis er sich entschied die Stille zu beenden.
<< Was hast du eigentlich in dieser Höhle gemacht? Ich habe dich schreien gehört. >> sagte er langsam. Leomahr antwortete nicht sofort sondern schien erst zu überlegen.
<< Meine Kraft hat nicht ausgereicht um den Portal zu öffnen also habe ich die Blutmagie angewendet. >> erklärte er mit schwerer Stimme.
<< Blutmagie? >> wiederholte Amen mit fragendem Blick.
<< Ja. >> antwortete der Magier knapp. << Es ist eigentlich eine verbotene Magie da sie von Dämonen abstammt. Anstatt deiner geistigen Energie wird die Lebenskraft verbraucht. Das führt sehr oft zum Tod wenn man nicht aufpasst. So jetzt sollte es nicht mehr so schmerzen >>
Leomahr hatte seine Verarztung beendet.
Amen schien etwas sagen zu wollen aber er schaffte es nicht über die Lippen zu bringen. Der Magier vermutete was er sagen wollte und tat es mit einem << Nicht der rede wert. >> ab.
Das Fleisch war auch fertig und sah saftig aus. Sie speisten und redeten sehr wenig. Im verlauf des Abends geschah nichts von Bedeutung, bis beide schließlich sich den weichsten Platz auf den Boden suchten und schliefen.
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Fri Jun 09, 2006 10:42 am

langsam wird das echt schon ein roman(*verlagschefanruf*)
*10%vomgewinnwill*^^
ähm und ja... was soll ich ich aus den kirschblütenfarbenen lippen der frau schließen?(weiß oder rosa(is ja beides mögleich oda?)) :?
Image
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Fri Jun 09, 2006 2:09 pm

eher rosa ;)
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Fri Jun 09, 2006 2:29 pm

hatte ich mir fast gedacht^^ naja aber wenn augen die farbe ändern können, können lippen das ja vielleicht auch, oder?^^ :D
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Fri Jun 09, 2006 2:49 pm

Stimmt^^ übrigens hier kapitel 7 der ein paar mysterien um Leomahr löst ;) wieder zuviel romantik und dramatik aber egal ^^ mir hatts gefallen (was denn sonst XD).

Kapitel VII – Natus Geschenk

<< Leomahr .>>
Hallte eine kindliche Stimme durch die Luft. Dieser Ruf reichte aus um Leomahr aus dem Land der Träume zu holen. Er öffnete die Augen und sah wie der Morgen anbrach.
<< Leomahr. >> lockte wieder die Stimme. Sie war leicht wie der Wind und rein wie das Licht.
Leomahr schaute sich um aber erkannte, außer Amen der gerade schnarchte und Bizzu der ruhig schlief, niemanden. Er folgte dem kindlichen Gekicher bis in einem Tal aus verdorrten Bäumen. Die Bäume wuchsen alle dicht nebeneinander und ergaben einen Kreis. In der Mitte war ein kleiner Schrein zu sehen. Er näherte sich dem Schrein und damit auch der Stimme. Das kleine Gebäude war schwarz und rund. Eine schwarzgoldene Kuppel schmückte das Dach. Säulen aus Marmor flankierten den torlosen Eingang. Just als er mit seinem Blick den Eingang betrachtete, entdeckte er eine, in einer dunklen Kutte gehüllte, Gestalt. Sie war klein und zierlich. Etwas Mädchenhaftes ging von ihr aus. Ihr Gesicht wurde von einer Kapuze verdeckt. Leomahr konnte hören wie das Mädchen kicherte. Als er näher kam erkannte er, dass die Kutte keine Kutte war, sonder einen Mantel der nicht alles verbarg. Die zierliche Füße und Beinen waren vollkommen nackt. Nur eine kleine Unterhose bedeckte den Unterkörper. Der Mantel las den ganzen Oberkörper im verborgenem. Dieses Bild lies ihm sofort an einem Kind denken der seine Eltern im Krieg verloren hatte. Viele Kinder wuchsen leider ihn solchen Kriegen auf. Das Mädchen schien auf Leomahr gewartet zu haben, denn kaum war er näher gekommen, lief sie in das Gebäude hinein.
<< Folge mir Leomahr. Folge mir. >> flüsterte die Stimme wieder. Es war wie das Geflüster des Windes. Er blickte noch einmal zurück bevor er den Schrein betrat.

Leomahr befand sich nun in einem runden Raum aus schwarzweißem Marmor. In der Mitte stand ein Podest, an dessen Spitze ein Becken angebracht war. Von der kleinen Gestalt war keine Spur zu sehen doch dafür war eine viel geheimnisvollere Gestalt beim Becken zu sehen. Sie trug ein knappes satinschwarzes Kleid der Arme und Beine preisgab. Die schwarzen kniehohen Stiefel verstärkten den geheimnisvollen Eindruck. Doch alles wurde viel majestätischer durch den rabenschwarzen Umhang auf ihre Schultern. Sie hatte lockiges schwarzes Haar, der sanft die Stirn herunter floss. Ihre braunen Augen waren dunkel umrandet und ihre Lippen blutrot. Kein Mann hätte den Blick von dieser gottesgleichen Gestalt abwenden können. Leomahr schien wie in einem Bann zu sein. Langsam bewegten sie die roten Lippen und eine Stimme, so herrlich und sanft wie der erste Schnee, erfüllte den kleinen Raum.
<< Sei mir Willkommen Leomahr, Freund der Geister. >>. Diese himmlische Stimme hätte selbst Eis zum schmelzen gebracht. << Wer ich bin, brauch ich nicht zu sagen. Du weißt es bereits. >> lächelte die Frau.
Leomahr wollte zuerst nichts sagen aber diese herrlichen Augen ließen jeden Zweifel vergessen.
<< Du bist Natu. >> sagte er mit leiser Stimme << Die Wächterin des Schwarzkristalltores, der Eingang zum Totenreich. >>
<< Das ist richtig Leomahr >> lächelte sie und ihre Augen glänzten. << Ich bin hier um dir zu helfen Leomahr. >>
<< Mir helfen? Wobei? >> fragte er verblüfft.
<< Die größte Frage, die dich Tag für Tag quält, zu beantworten Freund der Geister. >> sagte sie mit ihrer herrliche Stimme << Du weißt welche Frage ich meine, Leomahr. >>
Leomahr verfiel nun diese Stimme. Alles war in seinem Kopf so leicht und sorgenfrei, als wäre eine schwere Last von ihm gegangen. Mit einem hauchähnlichen Ton sprach er seine größte Sorge aus.
<< Wer bin ich? >>
<< Diese Frage stellst du dir Tag für Tag Leomahr. Du hast nur wenige Wesen gehabt die deine Existenz einen Sinn gaben. Sie wurden dir mit Gewalt genommen und mit Trauer musste ich sehen, wie diese Wesen mein Tor passierten. >>
Leomahr wusste welche Wesen sie meinte. Sie sprach über seinen Meister und seine geliebte Helen. Unweigerlich rannten Tränen seinem Gesicht hinunter. Der bloße Gedanke an Helens wunderschönem Antlitz war schmerzhaft.
<< Das ist richtig Leomahr. >> sagte die Frau mit ruhigem ton. << Lass deine Wut heraus. Behalte sie nicht in dir. Sie wird dich sonst zerstören. Du bist lange allein gewandelt auf die suche nach den Antworten. Fern von jeglichem Wesen hast du gesucht. Das Glück schien dich verlassen zu haben.
Die Einsamkeit und die Trauer waren deine einzigen Begleiter. Nur die Geister, die unser Universum zusammenhalten, spendeten dir Trost. >>
All diese Sätze waren von Wahrheit getränkt. Die Erinnerung daran war eine Qual. Leomahr wurde immer verzweifelter und sank langsam zu Boden. Die Frau betrachtete ihn mit Mitleid und tiefster Trauer. Wieder erschallte ihre Stimme im Raum.
<< Doch ein Licht ist in der Finsternis zu sehen, junger Spiritist. >> sagte sie und ihr Gemüt schien sich zu erhellen. << Du weißt wovon ich spreche, Leomahr? >>
Die Antwort schoss aus ihm heraus. << Amen und die andere Gefangene! >>
Diesmal nährte sich die Frau mit majestätischem Gang bis sie sehr dicht an Leomahr war. Sie hielt etwas in der Hand das wie ein Amulett aussah. Sie nahm seine Hand und legte das Amulett hinein.
<< Das wird dich auf deinen Reisen beschützen. >> sagte Natu, doch ihre Stimme zitterte leicht.
Leomahr schaute ihr in das wunderschöne Gesicht. Verwundert stellte er fest, dass Natu weinte. Aber nicht aus Traurigkeit sondern aus Freude.
<< Ich bin froh das Amen dir wieder dein wunderschönes Lächeln zurückgegeben hat und ich bin mir auch sicher, dass die andere dir deine Lebensfreude zurückgeben werden. >> sagte Sie vor Freude weinend. << Dich wieder nach so langer Zeit zu sehen hat mich sehr Glücklich gemacht. Dich so groß und stark vorzufinden ist einfach unbeschreiblich für mich. Ich muss dich jetzt verlassen auch wenn es in meinem Herz so schmerzt. >>
Leomahr war überrascht als diese göttliche Gestalt ihn umarmte. Er spürte auch den Kuss auf seiner Wange. Dieser Kuss war voller Liebe. Er fühlte sich geborgen in ihrer Umarmung. Es war unbeschreiblich schön und es erinnerte ihn an etwas. Sein Körper wurde von Wärme durchflutet. Es war nicht der Kuss den sich Liebespaare gaben. Nein, es war vielmehr der Kuss…ja der Kuss den eine Mutter ihrem über alles geliebtem Kind gab. Dann flüsterte sie ihm etwas ins Ohr das alles veränderte.
Ein kleiner Satz der fast all seine Fragen vergessen ließ und seine wichtigste beantwortete.
<< Ich liebe dich mein Sohn. >> sagte die wunderschöne Frau und verschwand unter einem Wirbel aus schwarzen Blüten. Stumme Tränen fielen von seinem Gesicht. In der Hand hatte er noch immer das Amulett umklammert. Seine Sicht war verschwommen von seinen Tränen und doch konnte er das Amulett genauer sehen. Ein schwarzer Edelstein, in Form eines rundlichen Dreiecks, glänzte in seiner Hand. Dies war an einer schwarzgelben Schnurr, aus unbekanntem Material, befestigt. Er war nun alleine in diesem Schrein. Mit schwerem Schritt wollte er zurück zum Lager laufen. Den ganzen Weg hallte die Stimme von Natu in seinem Kopf. Vor allem die Worte << Ich liebe dich mein Sohn. >> hallten stärker als jedes andere Wort. Seine wässrigen Augen ruhten den ganzen Weg auf das Amulett.
In der nähe konnte er bereits Amens aufgeregte Stimme hören, doch das kümmerte ihm nicht.
<< Was soll das heißen du weiß nicht wo er steckt?! >> konnte man Amen schreien hören << Du hast neben ihm geschlafen Puddinghirn!!! >>
<< MÜHHÖÖPO LOKAMA!!! >> antwortete ein vertrautes Wesen.
<< Da bist du ja! >> schrie die Mumie als Leomahr in sicht war. Leomahr hörte ihm aber nicht zu und starrte das Amulett weiter an.
<< Willst du das wir vor Angst sterben! Sag nächstes Mal etwas! Nicht das ich mir Sorgen gemacht hätte aber unser Pudding wäre beinahe draufgegangen! >> fügte Amen hinzu und versuchte seine Sorge zu verbergen. Ein protestierendes << Müomö! >> war zu hören.
Immer noch hörte Leomahr nicht zu.
<< Wir hätten von den Zirkelmagier oder Ordensritter entdeckt werden können! Hast du schon daran Gedacht?! Und… >> redete Amen weiter.
Leomahrs Augen weiteten sich als er die Schnurr genau betrachtete. Die vermeintliche Schnurr war in Wirklichkeit aus zwei verschiedenen Haarstränen geflochten worden. Er konnte sich nicht irren, den der Geruch war unverwechselbar. Es waren die Haarstränen von Natu und Helen. Diese Farben und diesen Geruch nach Kirschblüten war einmalig auf der ganzen Welt. Er füllte wie seine Beine, unter dem druck des Körpers, nachließen. Er ging in die Knie und weinte sich die Seele aus dem Leib.
Amen unterbrach überrascht seinen Vortrag und eilte zu Leomahr. Er hatte nie jemand getröstet und wusste auch nicht wie es ging. Er legte seine Hand über die Schulter des Magiers und hoffte ihn dadurch zu beruhigen. Was anderes konnte er zurzeit nicht machen.
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Fri Jun 09, 2006 4:31 pm

bin anscheinenend der einzige der hier seine kommentare abgibt...

also ich wollte nur mal sagen 99% aller deiner fehler (im text :P) sind artikelfehler^^ du schreibst bei sächlichen begriffen immer der statt das
naja,...halb so wild^^(sollte ja auch nur ein hinweis sein...)

PS.:rote Lippen^^
kirschblütenduft^^ :wink:
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Sat Jun 10, 2006 8:11 pm

Hier Kapitel acht ;) viel spaß dabei^^

Kapitel VIII – Nocturne der Geister

Es verging sehr viel Zeit, bis Leomahr wieder ansprechbar war. Obwohl er nun aufhörte zu weinen, blieb er ein Wrack. Amen konnte kaum noch zusehen. Nach langem Schweigen entschied er sich, nach der Ursache der Trauer zu forschen.
„Leomahr, geht’s wieder?“, fragte die Mumie behutsam. Als Leomahr kurz aufblickte, erkannte er seine Chance und bohrte kräftig nach.
„Kannst du mir mal verraten, was dich in diesen… Zustand … gebracht hat?“, fragte Amen vorsichtig. Leomahr antwortete nicht, sondern streckte seine Hand vor, in der er etwas hielt.
Langsam näherte sich Amen und nahm den Gegenstand in die Hand. Er betrachtete ihn einige Zeit lang und hielt ihn sogar ins Licht, etwas damit anzufangen fiel ihm schwer. Er sah aus wie ein ganz normaler Edelstein, nicht mehr und nicht weniger. Aber genau dieser Edelstein schien Leomahrs Trauerquelle zu sein. Er gab das Kleinod wieder seinem Besitzer und sprach ihn wieder an.
„Nun ja… ein Edelstein…“, sagte Amen und versuchte dabei zu lächeln. Das Lächeln verging ihm jedoch, als sein Blick den des Magiers kreuzte. „Ich will dir nicht zu nahe treten, aber kannst du mir verraten, was es mit diesem Edelstein auf sich hat?“, platze es aus der Mumie raus.
„Meine… meine…“, versuchte Leomahr zu sagen, doch seine Worte blieben ihm im Halse stecken.
Die Mumie blickte ihn mit ihren hellblauen Augen gespannt an. Der Magier holte tief Luft und versuchte es erneut. „Es ist ein Geschenk von meiner Mutter“, sprudelte es aus ihm raus.
Endlich war es raus. Er wusste nicht, was Amen dazu sagen würde, aber er war froh, dass es endlich raus war. Er blickte die Mumie an und wartete auf ihre Reaktion.
Amen hockte verblüfft da. Es verging einige Zeit, die von Stille geprägt war. Die beiden Reisenden starrten sich nur an. Die Mumie schien als erste die Stimme wieder zu finden.
„Deine Mutter?“, sagte er ein wenig verdutzt. „Ich dachte, du kennst deine Eltern nicht.“
„Kannte ich bis jetzt auch nicht…“, gab Leomahr von sich.
Wenn Amen die ganze Zeit es geschafft hatte, sein ernstes Gesicht zu bewahren, dann scheiterte er spätestens jetzt daran, es beizubehalten. Sein Mund klappte ganz weit auf und seine Augen weiteten sich. Es schien ihm die Sprache verschlagen zu haben. Ganz langsam bekam die Mumie seine Stimme wieder unter Kontrolle.
„…und…und…wo ist sie jetzt?“, konnte er nur noch stottern.
Ein Blick von Leomahr reichte aus, um Amen mitzuteilen, dass er darüber nicht reden wollte. Die Mumie respektierte dies und bohrte nicht weiter. Er wechselte sogar das Thema.
„Also… wir haben nicht mehr viel Zeit“, begann Amen. „Wir sollte jetzt endlich das zweite Gefängnis ausfindig machen.“
Leomahr antwortete nicht darauf, aber stand auf und packte seine Sachen ein. Bizzu hüpfte wieder in dem Rucksack rein. Der Magier nahm seine Karte in die Hand und öffnete sie. Amen schaute ihm über die Schultern, denn er schien nicht wirklich damit beschäftigt zu sein, die Karte zu lesen.
„Gut gehen wir“, brummte die Mumie. Sie wusste nun ungefähr, wo das Gefängnis lag.
Mit Leomahr in Schlepptau dauerte das Ganze viel länger, aber Amen störte es nicht weiter.

~ * ~

Er erinnerte sich auch an solch ein Ereignis. Damals war er noch menschlich. Es war zu der Zeit, als er von seinen Eltern zum Hohepriester des Anubis geschickt worden war. Er hatte das zarte Alter von neun Jahren und der Hohepriester verlangte so vieles von ihm. Für Spielen war keine Zeit geblieben. Dann erreichte ihm die Nachricht, dass sein großer Bruder ihm Krieg gefallen war. Er war tagelang betrübt gewesen und wollte mit keinem reden. So musste es Leomahr jetzt ergehen, dachte er sich. Es würde sich wieder legen, so wie bei ihm. Er hatte Trost bei Anubis und Osiris gefunden.

Nach langem Wandern erreichten sie einen Tal, das nur aus Hügelgräber zu bestehen schien. Hier und da waren Ruinen von alten Tempeln zu sehen. Die bereits gewohnte und trostlose Vegetation schmückte das Tal. Alles wirkte so verzweifelt und tot. Die Knochen von längst verstorbenen Wesen tauchten gelegentlich auf.
Nicht einmal ein sanfter Windhauch wehte in dieser gebrochenen Gegend. Amen zog noch mal die Karte zur Rate und betrachtete sie von oben bis unten gründlich. Er konnte hören, wie Leomahr seinen Körper hinterher schleifte. Nun blickte die Mumie sich um und hoffte etwas Bestimmtes zu sehen.
„Da drüben ist es!“, schrie sie plötzlich los. Amen deutete auf eine Krypta, die nicht weit von ihnen lag. Das Besondere an dieser Krypta waren die zwei Engelstatuen, die zu weinen schienen. Ein spitzer Eisenzaun umrahmte die Anlage. Die Krypta selbst war aus grauem Stein erbaut und erinnerte sehr an eine große Hundehütte. Die Eingangstür war aus massivem Eisen und ein Ring schmückte die linke Seite. Je näher sie kamen, umso größer schien die Krypta zu werden. Als sie direkt vor dem Eingang standen, hätte Amen eher einen Tempel als eine Gruft vermutet. Die Eisentür war stabil, doch auch sie gab quietschend nach, als Amen am Ring zog. Nach Moder stinkende Luft wehte Amen entgegen und eine beeindruckend große Halle offenbarte sich ihm. Runde Glasfenster ließen das wenige Licht in die leere breite Halle hinein. Am anderen Ende der Halle war ein Tor zu erkennen. Er schien aus Stein zu sein und wenige Stufen führten zu ihm hinauf. Seltsame Symbole, die aus der Ferne nicht zu erkennen waren, schmückten das Tor und zwei großen Katzenstatuen flankierte es. Amen lief ohne zu zögern zum Tor. Staubig war der Boden und schlecht roch die Luft. Es war wohl sehr lange keiner hier gewesen. Die großen Katzen aus Stein schienen seine Schritte mit Interesse zu folgen. Leomahr folgte ihm ohne sich umzuschauen. Als Amen genau vor dem Tor stand, weiteten sich seine Augen. Er blickte die Symbole genauer an und rieb sich die Augen. Wieder blickte er die Symbole ungläubig an doch sie blieben so wie sie waren. Es waren Hieroglyphen.
„Leomahr, das musst du dir anschauen“, rief er begeistert. „Es sind tatsächlich Hieroglyphen! Meine Schrift! Das wird einfach, sie zu entziffern.“
Es dauerte keine halbe Stunde, da schnippte er mit seinen Fingern.
„Ich konnte es ohne Probleme entziffern“, sagte die Mumie stolz. „Es ist ein Rätsel. Ich lese es dir mal vor.
Wenn Ra nicht mehr lacht und der heulende Mond sich zeigt, wirst du mich nicht mehr finden.
Die Blicke von Basted mich zu sehen vermögen, doch dein Blick bleibt mir erspart.
Suche dort, wo sie mit dem Herz erfasst. Wählst du die falsche, wählst du den Tod.“
Amen überlegte kurz und dachte sich eine Lösung aus. Wirklich voran kam er nicht, denn sobald er etwas hatte, verwarf er es wieder. So verstrich einige Zeit. Leomahr schien immer noch nicht ansprechbar zu sein. Die Mumie hatte sich zum Überlegen auf die Stufen gesetzt. Plötzlich sprang sie auf und lief zu der linken Katzenstatue.
„Der erste Satz ist mir bereits klar… er besagt, dass wir nur bis zur Dämmerung Zeit haben…“, murmelte Amen unwirsch.
„Basteds Blick muss wohl die Augen dieser Statuen meinen, aber was heißt „Suche dort, wo sie mit dem Herz erfasst“?“ Er schaute kurz die Statue an. In seiner Erinnerung kamen die Bilder von seinem Hieroglyphenunterricht wieder. Einmal hatte er besonderen Ärger bekommen, weil er den Fuß eines Bauern falsch gesetzt hatte. Anstatt links hatte er ihn rechts gezeichnet. Vergnügt erinnerte er sich an das Gesicht des Hohepriester, der wütend schrie: „Wir schenken dem Pharao unser Herz! Und das ist links, nicht rechts, du Tölpel!“. Ihn traf der Schlag. Aber natürlich, wie konnte er das nur vergessen. Es war die linke Katze gemeint. Sofort kletterte er hoch und wollte die Augen überprüfen.
Es war ziemlich anstrengend, die vier Meter hohe Statue zu erklimmen, vor allem wenn die Wunden wieder anfingen zu schmerzen. Als er endlich ganz oben angekommen war, konnte er sehen, dass das linke Auge ein Loch aufwies. Er steckte seinen Finger hinein und drückte gegen einen geringen Widerstand. Ein „Klick“ war zu hören und zufrieden kletterte die Mumie wieder hinunter. Unter lautem Stöhnen und Schleifen öffnete sich das riesige Steintor. Dieser Krach hatte kurz Leomahrs Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
„Wer hätte das Gedacht!“, lachte Amen auf und durchschritt das Tor, gefolgt vom stillen Magier.
Ein länglicher heruntergekommener Steinraum folgte. Spinnenweben hingen überall und der Staub reichte bis zu den Knöcheln. Aus einer kleinen Rundung fiel blasses Licht hinein. Der Lichtstrahl endete auf einem staubigen Sargdeckel aus Stein. Dieser reichte Amen bis zu den Rippen.
Als die Mumie dem Sarg näher kam, entdeckte er die eingravierte Zeichnung eines Engels auf dem Deckel. Er war viel zu aufgeregt, um auf Leomahr zu warten und schob mit voller Kraft den Deckel zur Seite. Mit einem tiefen „Dong“ fiel er zu Boden und wirbelte den Staub auf. Ein wohlgeformter Körper offenbarte sich ihm. Ein graues und schmutziges Kleid, dessen Enden zerrissen waren, trug die tief im Schatten liegende Gestalt. Das glatte, pechschwarze Haar floss die zierlichen Schultern hinunter. Nur das grüne, faltige Gesicht störte das sonst makellose Erscheinen der Frau. Ein goldener Splitter ragte aus der linken Brustseite. Es war genau dort, wo sonst das Herz schlug. Ihre Hände lagen sanft auf ihrem Bauch zusammengefaltet. Wie eine schlafende Prinzessin, die auf ihren Prinzen wartete, lag sie da.
Ein Poltern aus der Halle zog Amens Aufmerksamkeit von der vermeintlichen Schönheit weg.
Ohne Zeit zu verlieren rannte er zum Tor und blickte hinaus. In Eisen gehüllte Gestalten marschierten in seine Richtung und es waren mindestens zwei Dutzend. Mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, schloss er das Tor und stemmte sich dagegen. Eine Frage schoss im durch den Kopf: „ Wie lange werde ich es diesmal halten können“.

~ * ~

Als Leomahr die schweren Schritte hören konnte, schaute er mit seinem glasigen Blick Amen an. Amen bewegte seine Lippen und starrte ihn an, doch er konnte nichts hören. Die Mumie schien verzweifelt zu versuchen, ihn zu erreichen. Angst breitete sich in seinem Blick und auch Sorge.
Sorge, sein Leben zu verlieren? Nein, vielmehr Sorge, etwas anderes zu verlieren. Etwas viel wichtiger als das eigene Leben.
„Ich bin froh, dass Amen dir wieder dein wunderschönes Lächeln zurückgegeben hat“, hallte es in seinem Kopf wider. Das Schicksal war tatsächlich merkwürdig. Sie kannten sich nur einige Tage und doch war eine starke Bindung zwischen ihnen. Leomahr lief langsam zu Amen. Er wollte hören, was die Mumie ihm mitteilen wollte. Jeder Schritt war eine Qual und doch lief er weiter. Was trieb ihn an? War es… Freundschaft? Amens Blick erhellte sich als Leomahr näher kam. Er schien sogar zu lächeln. Er sagte etwas in diesem lachendem Ton. Etwas, das Leomahr unbedingt hören wollte, und er hörte es.
Die Mumie sagte etwas und grinste.
Es war so als würde ein Glasgefängnis um den Magier bersten. Alles schien klarer zu werden als sonst. Sein Leben war ihm nicht wichtig, nur das seiner neuen Freunde kümmerte ihm. Eine unbändige Wut wuchs in ihm gegen jeden, der ihnen schaden wollte. Sein Blick verfinsterte sich und seine Miene wurde Furcht erregend. Er verlor die Kontrolle über sich und ließ seinen Gefühlen freien Lauf.

~ * ~


Amen war damit beschäftigt, das Tor geschlossen zu halten, denn jemand drückte bereits stark dagegen.
„Leomahr! Es sind zu viele! Das packen wir nicht!“, schrie er die gebückte Gestalt in der finsteren Ecke an. Sie schien nicht zu reagieren und starrte ihn bloß an, so als würde er ihn gar nicht hören.
„Ich glaube, das war’s für uns, Kumpel!“, sagte Amen zu der näher kommenden Gestalt. Als Leomahr knapp vor ihm war und ihn anstarrte, konnte er es nicht mehr zurückhalten.
„Wenn ich hier draufgehen sollte, dann wenigstens an der Seite eines Freundes, denn nichts anderes bist du in diesen Tagen für mich geworden Leomahr!“, grinste Amen.
Er konnte die rasche Veränderung in Leomahrs Augen sehen. Sie wurden dunkler und bösartiger.
Amens Augen weiteten sich, als er sah, was gerade geschah. Selbst den Druck gegen seine Schultern spürte er nicht mehr. Um Leomahr entstand ein Wirbel. Ein Wirbel aus schwarzen Federn, der sich immer weiter ausbreitete. Wut stand im Gesicht des Magiers geschrieben. Die schwarzen Federn formten sich zu kleinen geflügelten Gestalten. Wie Blumen sprossen lange schwarze Haare aus den kleinen weiblichen Köpfen. Wohlgeformt und graziös waren ihre dunklen Körper. Eine Musik, die direkt aus dem Himmel zu kommen schien, ertönte. Flöten und Glocken waren zu hören. Amen war so gebannt und verzaubert von der Musik, dass nicht mal der wegstoßende Hieb ihm was ausmachte. Das Tor ging auf und Ritter stürmten hinein. Doch auch diese blieben stehen und bewegten sich nicht mehr, als die wunderschöne Musik zu hören war. Ein göttlicher Tanz begann um Leomahr, der selbst im Kreis zu schweben schien. Prächtige schwarze Flügel wuchsen auf seinem Rücken. Wie ein Engelschor stimmten die tanzenden Feen der Nacht in die Musik ein. Die himmlischen Töne schienen immer langsamer zu werden und auch der Tanz verhielt sich entsprechend. Wie ein Schlachtruf erschall die Stimme von Leomahr durch den leeren, stillen Tempel und rief die Gestalten zum Gefecht. Wie todesmutigen Amazonen griffen die dunklen Wesen an.
Amen konnte nichts sagen, dafür war er zu verblüfft. So sah es also aus, wenn man eins wurde mit den Geistern und so ein Teil des Universums.

~ * ~

Leomahr konnte deutlich die Stimmen hören, die seinen Namen riefen. Sie waren süß wie Honig und verlockender als der Duft einer Rose. Langsam schloss er die Augen und ließ seinen Körper von den höheren Kräften leiten. Eine Musik ertönte in seinem Geiste, so sanft wie der Gesang einer Nachtigall.
Sanfte Laute wehten um seinen Körper. Sie waren um ihn und in ihm. Die Wut war einem anderen Gefühl gewichen, das er nicht beschreiben konnte. Alles, was er wollte, war seine einzigen Freunde zu beschützen. Er hatte schon zweimal versagt und es durfte kein drittes Mal daraus werden.
„Leomahr. Wir sind bei dir. Tanz mit uns, Leomahr“, flüsterten die kindlichen Stimmen zu ihm.
Ja, er wollte tanzen. Er wollte Teil des Universums werden. Die geschmeidigen Bewegungen der Geister führten ihn an. Er fühlte sich so frei und leicht, wie in einem Traum. Fern waren alle irdischen Gedanken. So stimmte er mit in den ewigen Tanz der Nachtgeister ein. Geborgenheit und Kraft durchströmten den schwebenden Körper. Leomahr öffnete seinen Geist und ließ die graziösen Wesen in sich hinein. Er spürte, wie er zu einem von ihnen wurde. Die Musik wurde langsamer und auch Leomahr erlahmte. Die verträumten Augen, die so viel Wärme nun beinhalteten, wurden geöffnet.
„Die Nacht soll kommen. Es ist Zeit“, flüsterte er. Leomahr flog voran und die reinen Nachtgeister folgten ihm. Der kosmische Tanz, den er in den gegnerischen Reihen vollführte, brachte Tod und Verderben. Das Gleichgewicht bestand aus Tanz und Musik, schoss es ihm durch den Kopf. Wie ein Klingenwirbel raste er graziös durch alle Feinde. Er spürte, wie die Geister es ihm nachtaten. Es war ein Tanz, der niemals enden sollte. „Der Tanz neigt sich dem Ende, Geistertänzer. Das, was dir lieb ist, ist nun in Sicherheit. Die Nacht ruft uns und wir müssen gehen. Wir werden aber immer hier sein, denn wir vergehen nicht“, flüsterten die honigsüßen Stimmen. Leomahr dankte ihnen im Geiste von ganzem Herzen. Die Nocturne der Geister endete langsam und die Wesen verschwanden in den Tiefen der Nacht. Die Sterblichkeit kehrte in ihn zurück, doch die Sorgen blieben ihm fern. Diese Form der Einigung war er nie eingegangen. Jetzt, wo es beendet war, dachte er schon sehnsüchtig an die nächste Wiedervereinigung. Hinter ihm ertönte Amens Stimme. Es war wie ein Segen, sie zu hören. Er war seit langem wieder froh, echte Freunde zu haben.

~ * ~


Amen war aufgestanden und rannte sofort zum Tor, um zu sehen, was geschah. Es ging so schnell, dass er nicht alles sofort begriff. Er konnte sehen, wie Leomahr zum Angriff überging. Er tötete seine Feinde, mit seinen beiden Klingen, tanzend. Wie in einer Trance schritt er umher. Die kleinen dunklen Wesen stimmten in diesen Tanz ein. Amen wollte sich zu Leomahr durch die wenigen Überlebenden freikämpfen. Er schwang sein Schwert und erschlug mühelos die fliehenden Ritter. Es kehrte langsam Ruhe ein und Leomahr glitt sanft zu Boden. Seine Flügel verschwanden und mit ihnen auch die wohlgeformten Wesen. Amen näherte sich langsam der nun knienden Gestalt.
„Leomahr? Ist alles in Ordnung?“, fragte Amen mit seine trockenen Stimme langsam.
Der Magier schaute auf und schenkte ihm ein ermüdetes Grinsen.

Story: XES_Hunter
Korrektur und Vorschläge: Creeper
Special Thanks to: Creeper und natürlich allen Lesern
Ohne Creepers hilfe wäre es nicht so schön geworden. Danke Creeper du bist die Größte^^
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Sat Jun 10, 2006 9:02 pm

warum ein comic zeichnen, wenn man gleich einen film daraus machen könnte :shock: Image
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Sat Jun 10, 2006 9:47 pm

Und stelle dir mal vor Lordi als die Hauptdarsteller XD
Das wäre genial^^ ich habe mitbekommen das einge hier zwar die geschichte verfolgen aber nie selber posten <.< nicht so schüchtern 8)
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby FullPain » Sun Jun 11, 2006 12:48 pm

wenn ich besser zeichnen könnte, würde ich sogar helfen, aber ich denke das zeichnen überlasse ich lieber leuten, die das auch können ;)

Ein Film wäre natürlich klasse, obwohl das wohl traumdenken ist ;)
Last edited by FullPain on Sun Jun 11, 2006 7:08 pm, edited 1 time in total.
FullPain
 
Posts: 26
Joined: Mon May 22, 2006 7:07 pm
Location: Switzerland

Postby XES_Hunter » Sun Jun 11, 2006 6:41 pm

Kapitel IX – Nachtgeflüster

„Kannst du mir aufhelfen?“, fragte Leomahr, dessen Kräfte sich dem Ende neigten. Amen half ihm hoch und leistete Hilfestellung. Die staubige Halle war befleckt mit frischem Blut und Körper lagen überall verstreut. Es wurde immer dunkler um sie herum. Ein Zeichen für die bevorstehende Nacht.
Mit Mühen erreichten sie wieder den Raum, in dem die zweite Gefangene bereits wartete. Leomahr bremste ab und ließ sich zu Boden fallen.
„Befreie du sie… Sie wird dich erkennen…“, flüsterte er. „Wenn sie mich zuerst sieht, könnte sie aggressiv werden…“

~ * ~

Das stimmte allerdings, dachte sich Amen. Er ließ den Magier beim Eingang liegen und schritt in Richtung des Steinsarges. Seit seinem letzten Blick hatte sich wenig geändert. Immer noch lag die schlafende Schönheit friedlich in ihrem Sarg. Die Mumie streckte ihre Hand aus und griff nach dem goldenen Splitter. Wärme ging von diesem Splitter aus. Ohne lange zu zögern zog Amen mit all seiner Kraft den goldenen Gegenstand aus der Brust. Das, was folgte, ereignete sich in Sekundenschnelle. Ein Lichtblitz erstrahlte und eine unsichtbare Kraft riss ihn von den Füßen. Amen landete unsanft auf den Rücken. Der Staub wirbelte um ihn herum und erschwerte das Atmen. Als er sich einigermaßen vom Schock erholt hatte, stand er wieder auf und lief erneut zum grauem Steinsarg. Der Splitter war weg, aber die Frau schien noch zu schlafen.
„Amen, ist alles in Ordnung bei dir?“, hörte er die schwache Stimme von Leomahr fragen.
„Ja, alles bestens“, gab die Mumie von sich. Die Lichtverhältnisse wurden immer problematischer.
Amen entschied sich, nicht länger zu warten und legte seine kräftige Arme unter den wohlgeformten weiblichen Körper. Mühelos hob er die Frau hoch und trug sie bis zu Leomahr, wo er stehen blieb.
Die glatten nachtschwarzen Haare hingen lose in der Luft. Die geschlossenen Augenlider warteten nur darauf, wieder das Antlitz der Welt zu erblicken.

~ * ~

„Gehen wir, Leomahr… Ich möchte nicht hier drinnen bleiben“, sagte die Mumie. Leomahr versuchte sich aufzurappeln. Seine Beine fühlten sich immer noch schwach an. Bevor der Marsch beginnen sollte, wollte er schnell nach Bizzu schauen. Leomahr konnte ein Grinsen nicht unterdrücken, als er das grüne Wesen anblickte. Bizzu lag zwischen zwei Pergamente versteckt und keine schwarzen Augen waren zu sehen. Der Gute war vor Angst ohnmächtig geworden. Der Magier schloss seine Tasche und folgte Amen, der sich schon Richtung Ausgang aufgemacht hatte. Als er seinen Begleiter endlich erreicht hatte, fiel sein Blick auf dessen Gesicht. Amen blickte das Geschöpf auf seinen Armen sanft an. Er glich einem Ritter, der seine Prinzessin von den Fängen eines Drachen befreit hatte.
Sie schienen Stunden ziellos durch die Einöde zu laufen. Leomahr bannte die Dunkelheit mit seinem magischen Licht. Die verdorrten Bäume wirkten gespenstischer als sonst und ihre Schatten wurden länglicher, als das Licht ihre toten Überbleibsel traf.
Amen bemerkte, dass sein Begleiter nicht mehr weiter konnte, und entschloss sich, eine Rast zu machen. Vorsichtig legte er die weibliche Gestalt auf den trockenen Boden.
„Pass auf sie auf“, sagte die Mumie. „Ich werde versuchen, ein wenig Brennholz fürs Lagerfeuer aufzutreiben.“ Leomahr nickte und gesellte sich zu der am Boden liegende Frau. Amen machte sich während dessen auf die Suche nach Holz.

~ * ~

Während der Magier auf die Rückkehr Amens wartete, betrachtete er den klaren Nachthimmel. Bekannte Sternenbilder und der milchige Mond offenbarten sich ihm. Ab und zu war eine Sternschnuppe zu sehen. Die verschiedensten Geschehnisse der letzten Tage erschienen in seinem Kopf.
Zwei große Gilden waren auf die Suche nach ihm. Keine große Stadt würde mehr sicher sein. Die Vorräte wurden knapp und ein Versteck hatte er auch nicht mehr. Kleine Dörfer wären für eine kurze Zeit ideal gewesen, doch wo befand sich solch ein Dorf hier? All diese Gedanken strömten in seinem Geiste, während er wartete und in den Nachthimmel schaute. Wie viel Zeit er mit Nachdenken verbracht hatte, wusste er nicht. Schwere Schritte rissen ihn aus seinen Gedanken. Amen musste wohl genug Holz gefunden haben. Er blickte hinter sich, aber von Amen war keine Spur zu sehen.
„Amen? Bist du das?“, fragte Leomahr. Keine Antwort war zu hören. Die schleifenden Schritte kamen immer näher. Der Magier wurde sofort misstrauisch und machte sich auf einen Kampf bereit. Ein Lager des Ordens hätte sehr gut in ihrer Nähe sein können. All seine Sinne waren auf dieses Geräusch fixiert. Lange Zeit war nur Dunkelheit zu sehen und der kühle Nachtwind zu hören. Die Schritte waren nun ganz nah.
Ein Schemen zog seine ganze Aufmerksamkeit. Aus dem Schatten eines nahen Baumes schleppte sich eine breite Gestalt in seine Richtung. Die Eisenrüstung und das scharfe Schwert, das nun als Stütze diente, glänzten im Schein von Leomahrs hellblauen Licht. Nicht fern von ihm fiel die Gestalt zu Boden. Sie blieb reglos liegen und gab nur noch schwere Atemgeräusche von sich. Mit Vorsicht näherte sich der Magier und war darauf bedacht, bei der kleinsten Bewegung zuzuschlagen. Als der Ritter vom Licht erfasst wurde, konnte Leomahr eine schwere Bauchverletzung sehen. Blut klebte an der silbrige Rüstung, welche das Ordenswappen aufwies. War er ihnen vom Tempel aus gefolgt? Die kräftig gebaute Gestalt schien um ihr Leben zu kämpfen und Hustenanfälle plagten sie. Der Magier wusste, dass das Beste die sofortige Tötung gewesen wäre. Immerhin war es ein Feind. Er machte sich zum Schlag bereit, doch etwas bremste ihn.
Der Ritter hatte seine Hand Hilfe suchend ausgestreckt und murmelte etwas. Leomahr versuchte die Worte zu verstehen.
„Bitte…bitte…Hilf mir…“, flehte die in Eisen gehüllte Gestalt. Ihre azurblauen Augen blickten den Magier flehend an. Die blutigen Lippen bebten vor Angst.
Leomahr setzte noch mal zum Schlag an, doch eine stärkere Macht schien ihn zu halten. Er konnte der jämmerlichen Gestalt nichts antun, obwohl es ein Feind war. Was hielt ihn auf? War es vielleicht Mitleid? Egal, wie er sich zu anstrengen vermochte, zum Schlag kam es nie.
Leomahr packte den Ritter an den Schultern und schleifte ihn gegenüber zu der Frauengestalt, die immer noch schlief. Der Ritter bedankte sich mit einem Blick und schloss die Augen. Die Erschöpfung fiel über sein Haupt. Lange saß Leomahr da und blickte die schlafende Gestalt des Ritters. Was hatte ihn dazu bewegt das zu tun? Einem Feind zu helfen… Würde es ein gutes Ende nehmen? Was würde Amen dazu sagen?

~ * ~

Es dauerte eine Ewigkeit, bis eine vertraute Stimme zu hören war.
„Es hat länger gedauert als ich dachte“, sagte Amen vergnügt. „Aber ich habe genug Holz gef…“
Die Mumie hielt auf der Stelle an und ließ das Holz geräuschvoll zu Boden fallen. Er hatte den schlafenden Ritter sofort erkannt.
„Was macht der hier und warum lebt er noch?!“, fragte er aufgeregt.
„Er hat uns bis hierher verfolgt und hat um Hilfe gebettelt“, erklärte der Magier mit müder Stimme.
„Er hat nach Hilfe ge…“ Sofort drehte sich Amens Kopf zu Leomahr. „Du willst ihm doch nicht wirklich helfen?!“, fragte er und schien die Fassung zu verlieren.
„Er ist keine Gefahr mehr für uns und könnte wichtige Informationen haben“, meinte der Magier mit stetigem Blick auf den Mond.
„Du kannst nicht… Also, das ist doch…ich meine, das geht wirklich…“, konnte die Mumie nur noch von sich geben.
„Ach, mach, was du willst!“, sagte Amen schließlich und machte sich daran, ein Feuer zu entfachen.
Er war sichtlich genervt. Jede kleine Bemerkung hätte gereicht, um ihn in die Luft gehen zu lassen.
Er rieb zwei Stöcke gegeneinander und hoffte so ein Feuer zu entfachen. Doch Leomahr konnte er nicht täuschen. Amen wollte nur seine Wut loswerden. Als kein Ergebnis vorlag, warf er auch die zwei Stöcke weg und blickte wieder den Magier an.
„Kümmere du dich um das Feuer“, brummte er „ Ich schaue solange nach unserer Schlafmütze.“
Leomahr wollte die Mumie nicht weiter reizen und folgte dem Befehl. Mit einer einfachen Geste entfachte er ein munteres und warmes Feuer. Amen hatte sich bei der Frau hingekniet.
„Wer ist das eigentlich?“, fragte Leomahr über die Schulter.
„Ihr Name ist Awa und sie war eine Zauberin, bevor sie zu einem Vampir wurde“, antwortete die Mumie.
„Da habe ich noch eine Frage…“, begann der Magier. „Bevor du gefangen genommen wurdest, warst du ja bereits…so…“
Amen drehte sich um und wartete auf die Frage.
„Wenn du schon gestern so verwundert über das Essen warst, was hast du dann früher gemacht? Also, ich meine, du musst doch was gegessen haben…sonst wärst du ja nicht hier…“, sagte der Magier unsicher.
„Wenn ich mich recht erinnere wohnte wir alle in einem alten Anwesen…“ begann die Mumie zu erklären
„Die Menschen dachten, wir wären Verrückte mit Maske…“ Amen hielt inne und versuchte angestrengt zu überlegen.
„Jetzt erinnere ich mich wieder! Awa und Enary haben für uns gekocht… Lordi, Kalma und ich sind auch sehr oft in Kneipen eingebrochen und haben uns ein paar Bierchen genehmigt…“
„Wer sind Enary, Lordi und Kalma?“, fragte Leomahr interessiert.
„Enary ist eine gefallene Walküre. Sie widersetzte sich Odins Befehl und wurde deshalb aus Walhalla verbannt“, begann Amen zu erklären. „Kalma ist ein noch recht junger Widergänger. Er hat sich von einem Schwarzmagier verarschen lassen. Der Knilch wollte ein Vampir werden, doch der Magier wollte aus ihm einen billigen Sklaven machen. Etwas muss schief gegangen sein, denn der gute Kalma war nicht hirnlos wie es ein normaler Zombie hätte sein müssen. Er tötete den Magier und kam zu uns.“
Leomahr hörte gespannt zu bis zu der Stelle von Kalmas Wunsch.
„Ein Vampir kann nicht durch Nekromantie erweckt werden. Nur ein Vampir kann einen anderen erschaffen“, sagte er.
„Mag sein, aber Kalma wusste es nicht“, antwortete die Mumie.
„Lordi ist der Anführer von unserer Bande, wenn du so willst. Er ist halb Mensch und halb Dämon. Frag mich nicht, wie das passiert ist.“
„Das ist doch ganz einfach“, grinste der Magier „Viele Dämonen können sich manifestieren. Manche von ihnen ziehen sogar Wesen von dieser Ebene an sich. Dann hypnotisiert der Dämon das meist weibliche Opfer und…“
„Ich will das nicht wissen!“, unterbrach Amen den Magier. Leomahr konnte sich das Lachen nicht verkneifen.
„Leomahr!“, schrie die Mumie plötzlich. Leomahr schaute überrascht in Amens strahlendes Gesicht.
„Ich glaube, sie wacht auf! Awa, hörst du mich?“


~ * ~

Awa fühlte sich seltsam. Sie war schlapp und hatte kaum Kraft. Wo war sie und was waren das für Stimmen in ihrer Nähe? Sie versuchte die Augen zu öffnen und konnte die verschwommene Umrisse eines Feuers sehen. In ihrer Nähe war eine grobe Gestalt zu erkennen, die auf sie herunter schaute.
Die Stimmen wurden klarer und verständlicher. „Ich glaube, sie wacht auf!“, ertönte eine raue Stimme.
Diese Stimme kam ihr sehr bekannt vor. Ihre Gedanken waren alle so durcheinander. Alles, an das sie sich zuletzt erinnern konnte, war der erbitterte Kampf gegen einen mächtigen Magier. Dieser hatte es geschafft, ihr einen spitzen und goldenen Gegenstand in die Brust zu rammen. Die Erinnerung daran schmerzte bereits. „Awa, hörst du mich?“, konnte sie die Stimme wieder fragen hören. Konnte es tatsächlich sein? War er wirklich bei ihr?
„A…Ameeenn…“, konnte sie noch herausbringen.


Story : XES_Hunter
Korrektur und Vorschläge: Creeper
Comiczeichnung: Es wird noch jemand gesucht 8) Würde mich freuen wenn sich jemand meldet.

Kapitel X dauert etwas länger bi es erscheint^^ habe DI MI und FR prüfungen ;)
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Sun Jun 11, 2006 8:28 pm

lol :lol: genial awa und enary als köchinnen^^
ach ja... wollte mal was feststellen:
Vampir: ';..;'
Awa: ';,,;'
hmmmm, nur so mal...
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Sun Jun 11, 2006 9:03 pm

ich weiß^^ aber ich werde dir nicht verraten warum awa nicht zum gewöhnlichen vampir wurde^^ das musst du in den nächsten kapiteln lesen^^
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Sun Jun 11, 2006 9:05 pm

hmmm, gemein...
atomunfall?
krankheit?
mutation?
zähne nur aufgeklebt?
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Fri Jun 16, 2006 11:49 pm

Hier die Antwort^^ kapitel X ist eine kleine romanze ;)


Kapitel X – Schicksal der Zauberin

Awas Ruf klang durch die endlose Nacht. Die Stimme einer süßen Fee so gleich, die Augen müde und auf der Suche nach jemandem. Leomahr musterte das erschöpfte Wesen mit dem Schlangenblick genauer. Amen hielt Awa in seinen Armen fest. Ein Glitzern tauchte in seinen hellblauen Augen auf. Sein Gesicht wurde von einem Lächeln erhellt. Der Sternenhimmel hatte seine volle Pracht erreicht und das Feuer brannte mit zufriedenem Geknister. Eine ruhige und schicksalhafte Nacht.

~ * ~
„Aaaammeeenn…?“, wiederholte das Geschöpf in den Armen der Mumie. Sie schielte und versuchte die Umgebung zu erfassen.
„Ich bin hier“, sagte Amen schnell. „Ich bin genau neben dir, Awa.“
Die Vampirin drehte sanft ihren in die Richtung, aus der Amens Stimme erklang. Ihre Sicht wurde immer schärfer und bald erkannte sie das Gesicht der Mumie.
„Schön…du bist es wirklich…“ Eine sanfte Berührung bahnte sich den Weg zu Amens Gesicht.
Er erwiderte die Geste und streichelte Awas Hand liebevoll.
Leomahr konnte sich vorstellen, dass zwischen diesen beide nicht nur eine gewöhnliche Freundschaft bestand.
Die Mumie half ihr sogar beim Aufrechtsitzen und nahm neben ihr Platz. Mit Vorsicht rieb er seine Hände an ihren Schultern.
„Ist dir warm genug? Wie fühlst du dich?“, fragte Amen besorgt.
„Ich…ich fühle mich…besser…danke“, antwortete Awa und versuchte zu lächeln.
Bei diesem Versuch offenbarte sich Leomahr eine spitze Zahnreihe, wie die eines Haifisches.
„Bist du wirklich eine Vampirin?“ sprudelte es aus ihm heraus. Die Vampirfrau schaute langsam auf und erkannte den Magier.
„Wer…Wer bist du?“, erklang die leichte Feenstimme.
„Das ist Leomahr, ein Verbündeter“, erklärte die Mumie an ihrer Seite. „Er hat uns aus unseren Gefängnissen geholfen. Ohne ihn wären wir beide wahrscheinlich tot.“
Awa ließ ihre Augen über das Lager wandern, bis sie auf dem Ritter haften blieben. Amen musste ihren Blick verfolgt haben, denn er sagte sofort: „Wer das ist, erkläre ich dir später.“
Ihr Kopf fühlte sich so schwer und voll, als würde er aus Stein sein. Alles drehte sich leicht und ein Gefühl der Schwäche kam über sie. Awa ließ ihr Haupt langsam auf Amens starke Brust fallen und schloss die Augen. Die Nähe eines Freundes beruhigte sie und schenkte ihr einen erholsamen Schlaf unter dem leuchtenden Sternenhimmel. Stille und angenehme Dunkelheit breiteten sich aus, bevor das Land der Träume seine wunderschönen Länder offenbarte.

~ * ~

Nachdem Awa eingeschlafen war, wandte sich Amen zu Leomahr.
„Gib mir eine Decke, ihr ist bestimmt kalt.“
Leomahr schritt zu seinem Rucksack, welcher Bizzu noch beinhaltete, und begann nach einer Decke zu suchen.
„Willst du jetzt so die ganze Nacht verbringen?“, fragte der Magier als er mit der Decke unter dem Arm zurückkam.
„Nein. Sie wird ohnehin gleich wieder aufwachen… Ich habe mich anfangs genauso gefühlt… Wenig später war alles bereits vergangen“, flüsterte Amen.
Leomahr überreichte ihm die Decke und setzte sich ganz nahe ans Feuer. Die Mumie kümmerte sich rührend um Awa und legte sanft die Decke über ihren wohlgeformten Körper.
„Du solltest dich um deinen Schützling kümmern“, sagte Amen. „Wenn du seine Wunden nicht versorgst, verreckt er im Schlaf.“
Die Stimme der Mumie hatte sich seit Awas Erwachen deutlich geändert. Sie war in keiner Weise kalt oder böse, sondern eher mild und freundlich. Leomahr stand langsam auf und holte Bandagen aus seinem Rucksack. Amen hatte nur noch Augen für Awa und streichelte ihr zart über die Stirn. Da, wo der Kopf der Vampirin ruhte, empfand er Wärme und Wohlbefinden. Gefühle, die er seit Jahrhunderten vermisste.

~ * ~

Leomahr duckte sich zu dem Ritter und schüttelte ihn wach. Seine klaren Augen öffneten sich und blickten fragend den Magier an.
„Ich muss dich verbinden, sonst stirbst du am Blutverlust“, erklärte er. „Ich vermute, dass du zu erschöpft bist, um dich zu bewegen. Aber um dich zu verbinden, muss ich deine Rüstung ablegen. Könnte also kurz unangenehm werden.“ Der Ritter nickte leicht.
Leomahr zog ihm vorsichtig den ruinierten Brustpanzer ab, darauf bedacht, die Wunde nicht zu berühren. Die Muskulatur des Ritters war kräftig und die vielen Narben deuteten auf einen jungen Veteranen. Der Magier nahm ihm auch den Helm ab, damit nichts mehr den Körper belastete. Schulterlange blonde Haare rollten das Haupt herunter und die hellgrünen Augen erstrahlten im Licht der Flamme. Leomahr begann die Wunde zu behandeln. Der Ritter musste starke Schmerzen dabei verspüre aber er war zu erschöpft, um überhaupt zu reden. Nachdem Leomahr sichergestellt hatte, daß die Binden richtig saßen, zog er den Ritter näher am Lagerfeuer.
Der Magier räumte seine Sachen beiseite und suchte nach der Trinkflasche. Amen blickte den Ritter gefährlich an. Misstrauen und Verachtung spiegelten sich in seinen Augen. Lange beobachteten sich beide Krieger und nur das muntere Knistern des Feuers war zu hören. Eine spürbare Spannung war zwischen ihnen. Ein kurzes Geräusch aus Amens Richtung unterbrach diese Spannung. Eine Gestalt bewegte sich in den Armen der Mumie. Die starren Schlangenaugen erfassten die Umgebung. Awa war erneut erwacht.

~ * ~

„Fühlst du dich jetzt besser?“, fragte eine bekannte Stimme. Sie lag mit ihrem Kopf immer noch auf Amens Brust. Sie grinste. Eine Reihe spitzer Zähne war zu sehen.
„Ja, ich fühle mich besser“, antwortete sie und richtete sich auf. Awa erkundete die Umgebung und blieb bei Leomahr stehen. Sie musterte ihn von oben bis unten.
Leomahr wusste nicht, was er machen sollte und wartete auf eine Initiative seitens Awa. Die Vampirin streckte ihre Hand aus und lächelte.
„Amen sagte mir, dass wir dir unseren Leben verdanken. Mein Name ist Awa, wie du bereits weißt. Aber ich habe deinen Namen nicht richtig verstanden.“
„Mein Name ist Leomahr. Es ist mir eine Ehre, Bekanntschaft mit solch einer Schönheit zu machen“, sagte er und küsste ihr dabei die Hand. Awa kicherte und sagte mit lieblicher Stimme: „Du weißt, wie man Frauen behandelt.“
Leomahr konnte Amens empörte Blicke direkt im Nacken spüren.
„Ach, Amen, schau nicht so. Er wollte nur nett sein. Du weißt doch, das ich nur dich möchte“, sagte Awa mit einem Lächeln im Gesicht.
Die Mumie geriet in Verlegenheit und errötete leicht. Leomahr konnte sich gerade noch so beherrschen, um nicht loszulachen. Er wollte Amen nicht wieder auf die Palme bringen, vor allem nicht, weil er wegen dem Ritter schon ohnehin gereizt war. Die Vampirin setzte sich wieder zu Amen zurück.
„Könnt ihr mir kurz erklären, was alles passiert ist?“, fragte sie in die Runde. Leomahr und die Mumie schauten sich kurz an und begannen dann zu erzählen. Es wurde nichts ausgelassen. Es wurde berichtet über den Tod von Leomahrs Meister und über seinen Pakt mit den Zirkelmagiern. Die Befreiungen und die Flucht aus dem Anwesen ausführlich geschildert. Awa verfolgte alles mit Interesse und ihre Augen weiteten sich bei besonders spannenden Ereignissen. Als Leomahr erklärte, dass Amen verletzt worden war, hielt sie sich die Hände vor dem Mund.
„Tut es noch weh?“, fragte sie besorgt und streichelte die Verbände.
„Nein, nicht mehr“, antwortete er und ihm schwoll die Brust an. Der Schlag auf die Wunde, zur Demonstration seiner Mannhaftigkeit, war doch zu viel des Guten, denn man konnte die Schmerzen deutlich in seinen Augen sehen. Um nicht zu lachen täuschte der Magier einen Hustenanfall und bekam einen stechenden Blick von der Mumie zurück.
„Kümmere dich lieber um deinen Liebling“, schnauzte Amen ihn an.
„Hab ich bereits“, lächelte Leomahr. „Er muss sich nur noch ausruhen, dann können wir ihn verhören.“
Das Feuer knisterte gemütlich vor sich hin. Die Sterne strahlten immer noch am Himmel und der Wind wehte kühl über ihre Gesichter. Leomahr wandte sich der Vampirin zu.
„Ich habe dich vorhin gefragt ob du wirklich eine Vampirin bist.“
Awa schien zu wissen, was Leomahr so zweifeln lies. „Du meinst meine Erscheinung und besonders meine Zähne oder?“, fragte sie mit einem milden Lächeln. Der Magier nickte.
„Ich war früher eine Zauberin der Sauri oder im Volksmund einfach eine Hexe. Ich konnte Wunden heilen und Sauri selbst schickte mir Visionen der Zukunft“, erklärte sie und ihr Gemüt wurde dabei immer trauriger. „Die abergläubischen Narren wollte mich verbrennen, weil sie mich beschuldigten, mit einem Dämon namens Lucifer im Bunde zu sein. Ich sperrte mich in meine Hütte ein und ging nicht hinaus. Ein Zauber beschützte mich vor den Dörflern.“ Sie hielt einen Moment lang inne, bevor sie weiter sprach. Tränen glitzerten in ihren Augen.
„Ich habe ihre Kinder vor Krankheiten bewahrt und geheilt. Hab jegliche Schmerzen kuriert und kochte für diejenigen, die hungrig zu mir kamen. Nur weil diese…diese…“– ihre Lippen bebten vor Zorn – „Kirche solch einen Schwachsinn verzapfte, wurde alles vergessen, was ich für sie tat. Sie wollten mich töten, obwohl ich immer für sie da gewesen bin…“ Tränen liefen über das faltige Gesicht. Amen legte seine Hände auf ihren Kopf und führte ihn in Richtung seiner Brust. Ein vielsagender Blick ließ Leomahr wissen, dass er lieber keine weiteren Fragen stellen sollte.
Nachdem Awa sich einigermaßen wieder gefangen hatte, begann sie von selbst weiter zu erzählen.
Dabei hielt sie Amens Hände fest.
„Ich hatte jeden Tag Angst, dass die Barriere einfach verpuffte und sie mich einfach holen würden. Eines Abends, als ich weinend auf meinem Bett lag, hörte ich eine Stimme. Ich schaute mich sofort um und entdeckte eine hagere Gestalt direkt neben mir. Sie hatte gierige Augen und spitze Zähne. Ich wusste sofort, was ich vor mir hatte. Einen Vampir“, erzählte sie, und Spannung baute sich in Leomahr auf. „Er sagte, er wolle mich von allen Sorgen befreien. Ich wusste aber genau, was er wollte… Mich zu einer von ihnen machen. Ich überlegte nicht lange und begann meinen mächtigsten Zauber zu sprechen. Leider war er schneller und war schon bei mir, als ich angefangen hatte zu zaubern. Er biss mich und ließ seinen verfluchten Speichel in meinen Körper hineinfließen“, sagte sie mit schwerem Ton „Genau in diesem Moment geriet mein Zauber außer Kontrolle und explodierte in einem Schwall aus reiner Magie. Der Vampir wurde dabei vernichtet… Seine Schreie erschallen immer noch in meinem Ohr… Und aus mir wurde die nicht ganz typische Vampirin.“ Dabei zeigte sie auf sich.
„Ich wanderte lange allein herum. Ich stillte meinen Durst an Tieren oder bereits schwerkranken Menschen. Jahrhunderte vergingen und die Einsamkeit ließ mich in meiner Gruft verbleiben“, erzählte Awa und ihr Gemüt war ziemlich traurig. Sie schaute aber dann zu Amen und lächelte.
„Amen war auf Lordis Auftrag hin auf einem nächtlichen Streifzug. Er fand dabei mein zermürbtes Selbst und heiterte mich auf. Er sagte, ich sei nicht allein und er würde sich um mich kümmern“, strahlte sie sanft und streichelte die Hände von Amen.
„Ich habe nicht gewusst, dass ihr in Wirklichkeit die Opfer seid, und nicht die Monster“, erschallte eine raue Stimme im Hintergrund. „Die Ordensbrüder sagten, ihr seid blutrünstige Ungeheuer aus der Hölle…sie haben gelogen…“
Alle wandten sich nach hinten und starrten den Ritter an, der auf Awa und Amen zuwankte. Er ließ sie auf die Knie fallen und beugte sein Haupt. Der Ritter richtete seine Stimme an das Paar.
„Verzeiht mir, dass ich euch gejagt habe… Ich schäme mich dafür, dass ich euch gejagt habe und nur auf die Märchen des Ordens gehört habe… Bitte vergebt mir, ich lag im Unrecht…“
Stille breitete sich aus und alle blieben stumm sitzen, unfähig etwas zu sagen.

Story: XES_Hunter( hier anregungen oder kritik per pn senden XD oder was hat euch gefallen und was nicht^^)
Korrektur und Verbesserung: Creeper
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Sat Jun 17, 2006 4:07 pm

gratuliere, das mit den zähnen is ganz gut gelungen^^Image
bin ein großer fan deiner schreibkünste 8)
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Sat Jun 17, 2006 5:33 pm

Thx^^ ich bearbeite gerade die ersten 6 kapitel da sie m´nicht korrigiert sind und doch comicartig aufgebaut (jeder weiß warum)... werde ich ändern und es wird dann bei Anthas seite zu lesen sein^^ kapitel XI dauert nicht lange^^
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby Creeper » Sat Jun 17, 2006 9:06 pm

Ja, XES_Hunter, ja, ich werde ja schon korrigieren - dann mußt du mir aber auch mal was schicken! :wink:
User avatar
Creeper
 
Posts: 255
Joined: Sat Jun 17, 2006 8:42 pm
Location: Irgendwo zwischen Aachen und Köln

Postby XES_Hunter » Sat Jun 17, 2006 10:10 pm

Jup mache ich sobald alle Kapitel ein wenig abgeändert sind^^
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby XES_Hunter » Mon Jun 19, 2006 7:12 pm

So^^ hier kapitel XI^^ der ist ein wenig anders ausgefallen als die andere^^ (so beabsichtig. Sie dient dazu die characktere ein wenig besser kennen zu lernen^^

Kapitel XI – Erinnerungen am Lagerfeuer

Stille herrschte eine Zeit lang. Der Ritter kniete immer noch mit geneigtem Haupt auf dem Boden.
Das Lagerfeuer knisterte laut und erhellte die verblüfften Gesichter der drei anderen. Leomahr erhob als erster seine Stimme. „Was mich betrifft, nehme ich die Entschuldigung an. Viele sind Opfer der Lügen, die der Zirkel unterhält.“ Dabei starrte er das warme Lagerfeuer an. „Wie die anderen entscheiden, kann ich nicht bestimmen.“ Er schaute die anderen beiden an.
„Ich verzeihe dir auch“, ertönte Awas Stimme, gefolgt von einem Lächeln. „Jeder macht mal Fehler, nicht wahr, Amen?“ Sie schielte zu Amen hinüber. Die Mumie schnaubte erst, doch schließlich sagte auch sie: „Schon gut… Von mir aus kannst du machen, was du willst… Du bist entschuldigt…“ Amen sagte alles so, als würde er die Sätze hervorwürgen. Der Ritter war überrascht. Er hätte gedacht, dass sein Ende bevorstand. Milde und Freundlichkeit hatte der Ritter kaum erwartet.
„Wie ist dein Name?“, fragte Leomahr nach.
„Ich werde Siog Tarndaros genannt“, antwortete der Ritter.
„Tarndaros?“, wiederholte der Magier „Die Familie Tarndaros kommt aus dem Westen. Es war eine bekannte Adelsfamilie im Jahre fünf. Im Jahre acht wurde das Oberhaupt der Familie getötet… Angeblich von euch…“, sagte Leomahr und schaute Awa und Amen abwechselnd ab. Siog ballte seine Hände zu Fäusten und zitterte am ganzen Körper.
„Ja, es ist wahr…“, sagte er aufgeregt. „Mein Großvater starb in dieser Nacht. Ich habe euch dafür gehasst, dass ihr unsere Familie ins Verderben gestürzt habt. Ich wollte euch jagen und vernichten.“
Siogs Augen flackerten gefährlich im Feuerschein. „Ich wollte mich rächen und trat dem Orden bei. Als ich hier ankam, hätte ich nicht erwartet noch solange zu leben, um euch all dies sagen zu können. Zwar hab ich meine Denkweise über euch geändert, aber ich traue euch noch nicht. Ihr könntet diesen Mord doch begangen haben“, sagte er entschlossen.
Amens Schwert flog schneller aus der Scheide als man hinschauen konnte. Er bereitete sich vor, einen Hieb auszuführen, und eilte zu dem immer noch auf dem Boden knienden Ritter. Die Klinge surrte schnell Richtung Hals. Ein Geräusch, als würden zwei Klingen aufeinander treffen, folgte. Leomahr war sich zwischen die Mumie und Siog gehechtet, um den Schwerthieb zu parieren. Amens helle Augen waren vor Überraschung weit geöffnet.
„Wir brauchen ihn noch“, sagte der Magier mit strengem Blick.
„WAS!“, schrie Amen empört. „Hast du es nicht gehört! Der würde uns am liebsten kalt machen! Seine Entschuldigung war nur ein Einwand, um länger zu leben! Wie naiv bist du eigentlich?“
„Mit der Wunde kann er nicht einmal einer Ameise etwas antun“, spottete Leomahr. „Bevor er überhaupt zur Waffe greifen würde, wäre er tot.“.
Die Mumie zog ihre Waffe schnell zurück und Hass breitete sich in ihren Augen aus.
„Gut!“, schnaubte sie und wandte sich Siog zu. „Aber solltest du nur eine falsche Bewegung machen, egal welche, wird dein Kopf meinen Gürtel zieren, das schwöre ich dir bei Horus!“
Siog nickte leicht und Erleichterung breitete sich in ihm aus. Als Amen wieder Platz genommen hatte, flüsterte er dem Magier etwas zu. „Danke für das Eingreifen.“
„Hüte demnächst deine Zunge“, antwortete Leomahr streng. „Noch einmal mache ich mich nicht unbeliebt bei Amen.“


~ * ~


Amen war die restliche Nacht schwer ansprechbar. Leomahr fühlte sich verantwortlich und entschied sich, alles wieder gut zu machen.
„Mir ist aufgefallen, dass ihr sehr liebevoll miteinander umgeht…“, begann er.
„Und wenn es so wäre, was geht dich das an!“, sagte Amen in einem scharfen Ton.
„Amen! Er versucht nur, den kleinen Zwischenfall wieder gut zu machen!“, entgegnete Awa vorwurfsvoll, worauf die Mumie nur schnaubte.
„…Kann es sein, dass ihr… nun ja…ein Paar seid?“, fragte Leomahr behutsam. Die Vampirin grinste und ihre Fangzähne wurden deutlich sichtbar.
„Sieht es danach aus?“, fragte sie liebevoll. Der Magier nickte hastig.
„Vielleicht sieht es so aus, aber Amen sucht noch nach einer Frau“, antwortete Awa mild. „Für mich ist Amen wie ein großer Bruder. Er beschützt mich und ist immer für mich da.“
Die Mumie nickte zustimmend und verschränkte seine Arme. Leomahr war nun endgültig verwirrt.
Wenn das Geschwisterliebe war, wie sah dann echte Liebe aus?
„Moment. Wenn ich mich recht entsinne, gab es tatsächlich eine Frau, in die du verliebt warst“, schoss es aus der Vampirin heraus. Amen hob schnell seinen Kopf und musterte sie kritisch.
„War es nicht 5 (s.o.) Jahre nach dieser schrecklichen Katastrophe?“, fragte Awa sich selbst.
„Du meinst nach der Befreiung?“, mischte sich Leomahr ein. „Das ist bereits über 200 Jahre her… Ich glaube, sie lebt nicht mehr…“
Amen verengte die Augen. Dieses Thema war ihm nicht geheuer.
„Sie ist eine des unsterblichen Waldvolkes. Sie lebt sicherlich noch“, warf die Vampirin ein.
„Auch wenn sie noch leben würde, erlaubt ihr Haus es nicht, sich mit jemanden wie mir abzugeben!“, sagte Amen wütend.
„Sie hat alle Regeln gebrochen, um bei dir zu sein. Sie war wirklich in dich verliebt“, sagte Awa sanft.
„Nach 200 Jahren wird sie sich kaum an mich erinnern und sie hat bestimmt einen Ehegatten! Es reicht. Ich will nicht weiter darüber sprechen“, entgegnete Amen, und für ihn war das Gespräch erledigt.
Leomahr versuchte schnell das Thema zu wechseln und nahm den letzten Proviant heraus.
„Das ist alles was wir noch haben… Awa, ich schätze mal du isst so was nicht?“ Er verteilte das Essen an die anderen zwei.
„Ich habe dir bereits gesagt, dass ich keine normale Vampirin bin. Essen muss ich trotzdem“, sagte sie und nahm auch etwas entgegen.
„Es ist nur Brot mit geräuchertem Fleisch… Aber es war das einzige, was lange hält“, entschuldigte sich der Magier.
„So leicht kommst du mir nicht davon Leomahr“, grinste Amen. Leomahr hatte gerade einen großen Bissen genommen und hörte sofort auf zu kauen. Er glotzte die Mumie überrascht an.
„Du weißt jetzt von meinem Schwarm, aber ich nichts von deinem“, lachte Amen. Anscheinend versuchte er die von ihm betrübte Stimmung anzueitern. Leomahr schluckte den Bissen herunter und begann zu erzählen.
„Also, du hast ihren Namen bereits gehört…“, sagte er mit trauernder Miene.
„Helen?“, forschte die Mumie nach.
„Ja, Helen“, antwortete der Magier und fasste sich ans Herz. „Ihre Augen waren smaragdgrün und ihre Haare hell wie das blasse Mondlicht… Ihre Lippen so zart wie eine Blüte… Ihr Körper schlank und wohlgeformt wie die einer Göttin…“
„Wie habt ihr euch kennen gelernt?“, unterbrach Awa, die sehr neugierig zu sein schien.
„Helen konnte aus den Fängen der Zirkelmagier entkommen und suchte bei meinem Meister Schutz…“, antwortete der Magier. „Mein Meister hielt uns möglichst getrennt… Er meinte, sie würde mich vom Lernen abhalten. “Dabei grinste er leicht.
„Wie haben uns nachts immer heimlich getroffen, als der Meister schlief, und zwar in einem grünen Hain ganz in der Nähe.“.
„Genau so haben sich Valandria und ich uns immer getroffen“, sagte Amen, und alle schauten ihn seltsam an. „Na ja…Lordi wollte nicht, dass ich mich mit ihr treffe, und ihr Volk wollte es auch nicht…deswegen… Also…“ Er entschied sich, lieber ruhig zu sein und etwas aus dem Wasserschlauch zu trinken. Alle Blicke wanderten wieder zu Leomahr.
„Leider meinte es das Schicksal nicht gut mit uns… Jemand hatte es ihretwegen auf mich abgesehen und schickte ein Assassine zu mir. Helen musste es schneller bemerkt haben als ich… Sie sah die auf mich gerichtete Armbrust schneller als ich… Sie opferte ihr Leben für meins…“, beendete der Magier die Geschichte mit tiefer Stimme. Alle schauten ihn mitfühlend an, aber er mochte es nicht.
„Was ist mit dir Awa?“, grinste er leicht. „Musstest du deinen Schatz auch heimlich treffen?“
„Nein, nicht wirklich“, schmollte sie. „Meine erste und große Liebe war immer bei uns in der Gruppe dabei. Sein Name ist OX. Er ist einfach hinreißend. Groß, stark und wild“, träumte Awa vor sich hin. „Mein Dämon“, seufzte sie. Leomahr hatte das Gefühl, als würden sie OX sehr bald wieder sehen.
„Ich hatte noch nie eine Frau…“, sagte Siog verlegen. Alle schauten ihn an. Amen stand schnell auf und schritt auf ihn zu. Alle blickten nun die Mumie an und Leomahr machte sich wieder bereit, einen Hieb zu parieren. Amen hob die Hand und ließ sie wieder runtersausen. Einen leichten Schlag war zu höre.
Amen hatte ihm einen Klaps auf die Schulter gegeben und sagte: „Nicht schlimm! Wird noch was, glaub mir“, wobei er grinste über das ganze Gesicht grinste. Awa schaute zuerst verdutzt zu Amen, dann zu Leomahr.
„Was war denn im Wasser drin?“, fragte sie. Leomahr zuckte nur mit den Schultern.
Näheres wurde nicht erzählt, dafür kannte sich die Gefährten zu wenig. Awa und Amen kannten sowieso ihre gegenseitigen Lieben und brauchten es nicht zu sagen.
Der restliche Abend blieb weiter so angeheitert. Amens plötzliche gute Laune war allen ein Rätsel.
Sie scherzten und erzählten alles von den bisherigen Erlebnissen. Für die Nacht wurden Wachen eingeteilt. So verging diese erinnerungswürdige Nacht. Still und schön gingen die Sterne vorbei.
Der wohlverdiente Schlaf suchte sie einem nach dem anderen heim. Sie musste all ihre Kraft haben, bevor der nächste Morgen sie aus dem Schlaf rief.


Story: XES_Hunter
Korrektur und Vorschläge: Creeper

Wenn es euch so vorkommt, dass die gefährten nicht wirklich alles preisgeben und eher trocken (oder an der oberfläche kratzen) erzählen, dann will ich sagen das alles so beabsichtigt ist^^ Einen fremden würde ich auch nicht alles erzählen ;)
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

Postby The Invisible Man » Mon Jun 19, 2006 7:30 pm

hnn, vielleicht hat amen ja unabsichtlich bizzu getrunken? :lol:
wiedermal toll geschrieben(und korrigiert *lol*)
Image
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby Creeper » Mon Jun 19, 2006 7:34 pm

Verdammt, verdammt... Ich habe mal wieder ein paar Sachen übersehen... :oops:

*in Grund und Boden schäm*
Image
User avatar
Creeper
 
Posts: 255
Joined: Sat Jun 17, 2006 8:42 pm
Location: Irgendwo zwischen Aachen und Köln

Postby The Invisible Man » Mon Jun 19, 2006 7:38 pm

halb so wild
*wiederasubodenzieh*
kann jedem mal passieren :wink:
niemand ist perfekt(ausser mir :twisted: )
Image
User avatar
The Invisible Man
 
Posts: 97
Joined: Sun May 21, 2006 10:26 pm
Location: Liezen/Steiermark/Österreich

Postby XES_Hunter » Sun Jun 25, 2006 7:38 pm

So... hab mir ein wenig zeit gelassen aber hier kapitel XII^^
Kapitel XII – Absturz

Leomahrs Blick schweifte durch das Lager. Amen, Awa und Siog schliefen seelenruhig. Während seiner ganzen Wache starrte er die Mumie an. Zu gerne hätte er mehr erfahren über seine Liebe. Freiwillig würde Amen nichts rausrücken, das war ihm bewusst. „Eigentlich…“, dachte der Magier sich, „eigentlich darf ich mich glücklich schätzen, dass wir das Thema nicht richtig durchgesprochen haben…“ Die wiederholte Erinnerung an Helen hätte er nicht verkraftet. Genauso musste auch Amen denken. Vielleicht würde bald der Tag kommen, an dem sie alles voneinander wussten. Gelegentlich schaute Leomahr auch nach Bizzu, der sich vom Schock immer noch nicht erholt hatte.
Ihm fiel auch ein, dass er noch nicht wußte, wo das dritte Gefängnis war. Ohne Bizzu zu stören, holte der Magier einige Pergamente aus dem Rucksack. Die Nacht war erfrischend kühl und ruhig, perfekt um die Unterlagen zu entschlüsseln. Leomahr brauchte diesmal etwas länger, bis er das Gewünschte fand. Ein Grunzen ließ ihn kurz aufhorchen. Erleichtert stellte er fest, dass Amen sich nur umgedreht hatte.
Leomahr musste das Pergament mehrmals lesen, bis er endlich eine vielsagende Stelle fand.

„Tief im Albenwald des Lebens er ist, der den du zu befreien hoffst. Dichte Blätter verbergen sein Versteck. Spitze Pfeilen auf dich warten, wenn du nicht im Frieden kommst. Gehütet von einem Alben ist das Gefängnis des Stieres und nur wahre Liebe öffnet den Weg. Doch nicht nur Liebe, sondern auch Freundschaft ist von Belang, wenn du die Formel richtig sprechen willst. Am Ende werden die Stimmen des Chaos’ auch das letzte Gitter entfernen, falls sie dir freundlich gesonnen sind.“

Diesmal war es viel zu offensichtlich. So einfach konnte es aber nicht sein, sonst hätte jeder das Gefängnis finden können. Es befand sich im großen Waldelfenland Nia a Tal. „Albenwald des Lebens…“, ging es ihm durch den Kopf. „ Jefa e` fen heißt doch übersetzt Hain des Lebens… Das wird bestimmt damit gemeint sein… Aber die Waldelfen dulden keine Fremden… Vor allem nicht Ordensritter und Untote…“
„Leomahr, was machst du da?“, flüsterte eine schwere Stimme. „Du sollst doch aufpassen, dass keiner uns angreift, und nicht lesen.“
Der Magier sprang vor Schreck auf. Er erkannte Amens sitzende Gestalt. Die hellen und kalten Augen der Mumie waren selbst in der Dunkelheit gut zu erkennen.
„Ich…“, stammelte Leomahr. „Ich habe nur nachgeschaut, wo das dritte Gefängnis ist…“
„Und wo genau ist es?“, hakte Amen nach.
„Ich vermute mal in Jefa e` fen, der Hain des Lebens…falls es dir was sagt. Dort wohnen…“
Amen hörte ihm nicht mehr zu. Als er Jefa e` fen gehört hatte, weiteten sich seine Pupillen enorm. Die Mumie war in Gedanke versunken und reagierte nicht auf Leomahrs Erklärung.
Es dauerte ein Weilchen, bis der Magier begriff, dass seine Worte auf tauben Ohren stießen.
„Amen? Hörst du mir überhaupt zu?“, forschte er nach.
„Wie...?“, erwiderte die Mumie verwirrt. „Ja… Ja, ich habe dir zugehört… Bist du dir absolut sicher?“
„Ob der Ort richtig ist?“, erkundigte sich Leomahr. Amen nickte.
„Natürlich bin ich mir sicher. Es ist auf jeden Fall in Jefa e` fen. Bloß weiß ich nicht, wie man das Gefängnis öffnen kann…“, gab der Magier zu.
Die Mumie ließ den Kopf sinken.
„Stimmt was nicht?“ fragte Leomahr.
„Doch, doch…“, gab Amen trocken zurück. „Leg dich jetzt hin…Ich bin dran mit Wachen.“
Der Magier tat wie ihm geheißen und trat langsam in die Traumwelt hinüber. Die Nacht verlief ohne besondere Zwischenfälle. Hier und da heulten Wölfen oder andere nachtaktive Wesen.
Leomahr war sich nicht sicher, ob er Siog am nächsten Morgen noch am Leben vorfinden würde, dafür war Amen viel zu unberechenbar.

~ * ~

Leomahr wurde unsanft aufgeweckt. Jemand musste ihn ganz fest aus dem Schlaf gerüttelt haben.
„Isschh scho Aufstehnzzeeeit?“, gähnte er.
„Du hast aber einen gesunden Schlaf…“, sagte eine ihm allzu bekannte Stimme. „Die Sonne geht bereits auf und wir haben kein Proviant mehr, also beweg dich endlich.“
Leomahr machte die Augen auf und kratze sich hinterm Ohr. Das Lagerfeuer war bereits aus. Awa und Amen waren schon auf. Sie räumten das Lager auf und packten die benötigten Sachen ein. Siog saß neben dem gelöschten Lagerfeuer und sah genauso aus, wie Leomahr sich fühlte. Müde und schwach.
„Los! Wir haben nicht ewig Zeit!“, maulte Amen.
„Jaja… Warum die Eile?“, erkundigte sich Leomahr und stand langsam auf.
„Hab ich dir doch bereits gesagt!“, erwiderte die Mumie. „Wir haben nicht ewig Zeit!“
Das war definitiv nicht der Grund, dachte sich der Magier, und Awas schräger Blick auf Amen verstärkte seine Meinung.
Es dauerte nicht lange, bis alles eingesammelt worden war. Sie waren alle marschierbereit, außer Siog, der immer noch neben dem Feuerplatz saß.
„Kannst du aufstehen?“, fragte Leomahr und reichte seine Hand rüber.
„Danke.“, antwortete er mit seiner tiefen Stimme und nahm die Hilfe an.
„So… und wohin?“, forschte Awa nach.
„Am besten zum nächsten Dorf, würde ich sagen.“, sagte der Magier. „Dort können wir Vorräte holen.“
„Und wo ist das nächste Dorf?“, fragte Amen spitz. Leomahr zuckte mit den Schultern. „Prima…“, kam von der Mumie.
„Ich weiß wo das nächste Dorf ist“, mischte sich Siog ein. „Dort sind auch keine Ordensritter positioniert, weil das Dorf zu klein ist.“
„Will ich auch für dich hoffen!“, fuhr ihn die Mumie an und zeigte drohend mit dem Finger auf ihn.
Der Ritter schnaubte.
„Willst du mich provozieren?!“, schrie Amen und hatte bereits die Hand an seiner Waffe.
„Hört auf! Beide!“, befahl Leomahr.
„Dann soll er hier nicht den gro߅“, fing Siog an, aber ein scharfer Blick des Magiers ließ ihn sofort verstummen.
„Sag mir, wo dieses Dorf ist“, sagte Leomahr. „Ich werde rechtzeitig merken, ob du gelogen hast.“
Der Ritter nickte und lief voraus. Als er an Amen vorbeiging, war eine Beleidigung seitens der Mumie nicht zu überhören.
„Amen!“, schrie Awa entsetzt.
„Ist doch wahr…“, raunzte er.
Stunden gingen sie durch die Einöde. Vertrockneter Boden und tote Bäume in allen Braintönen schmückten die trostlose Landschaft. Von blühender Vegetation weit und breit nichts zu sehen. Auch Tiere gab es nicht viele. Hunger und Durst machten sich langsam in ihnen breit. Die Reise schien kein Ende zu haben.
„Wie weit ist es den noch?“, ächzte Amen.
„Noch ungefähr fünf Wegstunden…“, antwortete Siog.
„Ach, gleich so nah…“, spottete die Mumie.
Ein kleines Wortgefecht begann von neuem. Leomahr hatte wenig Lust, sich wieder einzumischen.
Awa dachte genauso, denn sie blieb stehen.
„Was ist Awa?“, wollte der Magier wissen.
„Hab ich das Dorf so weit gebaut? Nein!“, hörte man von Siog.
„Schau mal da hinten… Da ist doch was.“, sagte die Vampirin und zeigte in die Ferne.
„Dann hättest du etwas Näheres suchen können!“, kam es von Amen.
Leomahr schaute auf den Fleck, den Awa meinte. Da war tatsächlich etwas, eine Plattform mit Runen.
„Schön!“, maulte der Ritter zurück. „Dann wäre dir der Ordenstempel lieber gewesen. Der war nicht sehr weit von uns entfernt!“
„Es ist eine Portalplatte!“, strahlte der Magier.
„Na warte, du…“, schrie Amen.
„Wirklich?“, wollte Awa wissen. „Das bedeutet, dass wir das Dorf noch schneller erreichen.“
Leomahr nickte.
Die Vampirin drehte sich zu Amen und Siog um, die sich gerade beide an der Gurgel hatten.
„Jungs! Ihr könnt von mir aus hier bleiben!“, fauchte Awa. „Da vorne ist ein Portal! Also bewegt euch!“
Beide ließen sich gleichzeitig los. Ohne sich gegenseitig eines weiteren Blickes zu würdigen liefen sie beide weiter. Amen fluchte den ganze Weg bis zur Steinplatte.
Ohne Mühen erreichten sie die erwünschte Stelle. Diese war recht groß und bot Platz für mindestens zehn Personen. Sie war mit verschiedenen Runen verziert und ein Pentagramm war in der Mitte eingraviert.
„So…ihr müsst alle draufstehen, damit wir teleportieren können.“, erklärte Leomahr.
Jeder tat wie ihm geheißen.
„So, wie heißt den das Dorf überhaupt?“, erkundigte sich der Magier.
„Sigi….Whuaaaaaaa!“, schrie Siog, und er war nicht der einzige.
Ein leises Surren im Gestein hatte es ebenso angedeutet wie das leise, kaum merkliche Beben unter ihren Füßen, und doch überraschte es sie allesamt, als die Steinplatte von einem Augenblick zum nächsten verschwand. Es war, als hätte sich unter ihnen ein plötzliches, unerklärliches Vakuum aufgetan, als ein unerträglicher Sog sie in die Tiefe zog. Der Einsturz erfolgte so plötzlich, dass keiner von ihnen, nicht einmal Awa und Amen, dazu in der Lage waren noch rechtzeitig zu reagieren, und so wurden sie in die Tiefe gerissen. Ihr Fall erfolgte in einer solchen Geschwindigkeit, dass sie sich kaum bewußt wurden, wie das Sonnenlicht schwand. Doch was ihnen allen bewußt war, war dieses fürchterliche Gefühl von Bodenlosigkeit. Zeit war ein verdammtes Miststück, wenn man ihr ausgeliefert war, und in diesem Fall zog sie sich in einem scheinbar erschreckend lange erscheinenden Fall schier bis zur Unendlichkeit hin. Ein Fall, der wohl nur wenige Herzschläge andauerte, doch ihnen kam jeder einzelne davon länger als ein Jahrtausend vor, während ihre Gesichter von der kühlen, modrig riechenden Luft, die dem Erdinneren entwich gepeitscht wurden. Einzig und allein ihre eigenen Schreie begleiteten sie auf dem Weg in die dem eigenen panikerfüllten Ermessen nach bodenlose, schwarze Tiefe, doch vermochte dies keinerlei Trost zu vermitteln.
Ein dumpfes Knacken erfüllte plötzlich die Luft, gefolgt von Schmerzenschreie. Der Boden war erfolgreich erreicht worden.

Story: XES_Hunter
Korrektur und sehr kräftige Denkhilfe(sehr großen Lob dafür): Creeper
Image
XES_Hunter
 
Posts: 272
Joined: Mon May 29, 2006 7:37 pm
Location: Schwäbisch Gmünd / BW Germany

PreviousNext

Return to Veröffentlichungen


Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 1 guest

cron